Die Stiftung „Zukunft der Arbeit und der sozialen Sicherung“ (ZASS) der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung Deutschlands unterstützt Menschen, die sich für ein solidarisches Miteinander stark machen. Dabei gewinnt die Stiftung ihr Profil mit thematischen Vorhaben und konkreten Projekten, die aus dem Auftrag und der Arbeit der KAB als einer Bewegung für soziale Gerechtigkeit erwachsen.

Menschen bewegen, um Neues anzustoßen und Zukunft sozial gerecht zu gestalten, ist das zentrale Anliegen  der Stiftung ZASS.


Das Projekt „Nah dran - Alternativer Sozialreport Deutschland“ (2003 - 2005)
Projekte der Stiftung
Am Anfang des Projektes „Nah Dran“ der Stiftung ZASS stand der Zorn. Der Zorn über ein Land, in dem die Reichen reicher und die Armen zahlreicher werden. Der Zorn über politisch Verantwortliche, die das Arbeitslosengeld II als komfortable Hängematte für Millionen bezeichnen. Der Zorn über eine Mediengesellschaft, in der nur noch die zur Sprache kommen, die auf der Gewinnerseite stehen.

Der Zorn über einen politischen Diskurs, der die Realität einer gespaltenen Gesellschaft leugnet. Und uns einzureden versucht, wir alle müssten einfach nur den Gürtel enger schnallen, dann werde schon alles wieder gut. Der Zorn über Sozialberichte, die die Analyse der sozialen Lage in Deutschland um das Eigentliche verkürzen: um das Leben der Menschen und ihrer Sicht. Dieser Zorn hat eine Idee geboren: den „kleinen Leuten“ in unserer Gesellschaft eine Stimme zu geben, ihr Leben zwischen Angst und Hoffnung sichtbar zu machen. Die Idee: die Umbrüche in der Arbeitswelt, die Folgen der Arbeitslosigkeit, aber auch die Auswirkungen der „großen“ Politik in Stadtteilen, konkret im Leben der Menschen in Bilder zu fassen.

Diese Idee war und ist die Grundlage des Projektes „Nah dran - Alternativer Sozialreport Deutschland“. Im Sinne der Stiftung ZASS sollten Menschen bewegt werden, sich für soziale Gerechtigkeit und Solidarität in Deutschland zu engagieren. Deshalb wurden Multiplikatoren zu Sozialreportern ausgebildet, die wiederum vor Ort in vielen Teilprojekten mit über 200 Menschen gearbeitet haben. Videos wurden gedreht - einen Kurzzusammenschnitt aller Filme werde ich am Ende meiner Ausführungen zeigen -. Über 350 Kunstexponate wurden erstellt - ein paar habe ich mitgebracht, um Ihnen eine Eindruck zu vermitteln.

Entstanden ist so eine Momentaufnahme des Lebens von Menschen in den Umbrüchen dieser Zeit, von Lebensgeschichten an konkreten Lebensorten. Entstanden ist ein Sozialreport von unten, gemacht von den Menschen, über die in der Öffentlichkeit geredet, aber mit denen kaum noch geredet wird. Ihnen hat das Projekt unter professioneller Anleitung Ausdrucksformen gegeben.
Aus diesen vielen Puzzleteilen ist ein Gesamtbild, ist die „andere Sicht der Dinge“ entstanden: der alternative Sozialreport Deutschland. Wir können - Veränderung - sichtbar machen.

An vielen Orten haben sich Menschen begeistern lassen, mitzutun.

Von 2003 bis 2005 wurden 20 Ehrenamtliche und Hauptamtliche aus der KAB in den Bereichen „Fotographie und Video“ und „Plastisches Gestalten“ zu Sozialreporterinnen und Sozialreportern ausgebildet. In zwei Wochenkursen und vier Wochenendkursen ging es um den schöpferischen Einsatzes visueller Medien und um praxisbezogene Impulse aus dem Kultur- und Projektmanagement. Vermittelt und geübt wurde auch der Transfer des Erlernten auf die Projektarbeit vor Ort.

Zwei Fachreferentinnen und eine verbandlichen Begleitung haben die Ausbildungsblöcken durchgeführt. Sie standen auch als Ansprechpartnerinnen während der gesamten Dauer des Projektes für alle Beteiligten zur Verfügung. Kunst und Kreativität waren Medien und Mittler auf dem Weg, komplexe gesellschaftliche Zusammenhänge erfahrbar zu machen. Die Ausbildung von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren erzielte einen „Schneeballeffekt“, der in den Regionen weitere Personen und Gruppen zur Projektarbeit ermutigte. Aus 20 wurden so 200 SozialreporterInnen.

Was bewegte diese 200 Menschen sich einzubringen? Das zentrale war die Kontrasterfahrung. In der Öffentlichkeit steht das angebliche Unvermögen, sich umzustellen, sich anzupassen, kurz die Realität nach dem gängigen neoliberalen Mainstream zu bewältigen, im Vordergrund. Der alternative Sozialreport hat demgegenüber zuerst die Sicht der Menschen in den Mittelpunkt gestellt, mit den Fragen, die sie bewegen. Dass sie ernstgenommen wurden, dass sie gefragt wurden, dass ihre Meinung wichtig war, dass ihre soziale Lage irgend jemanden interessierte, dass ihnen zugehört wurde, dass da Menschen kamen, die etwas über sie und ihr Leben wissen wollten, und ihnen Mittel an die Hand gaben, dieses darzustellen, in Bilder zu fassen... das war die Kontrasterfahrung - der Kontrast zu einer Gesellschaft, einer Wirtschaft, einer Politik, einer Kirche, die sie einfach nicht fragt, die an ihrem tatsächlichen Leben nicht interessiert sind.

„Die wollen wirklich wissen, wie es mir hier in Deutschland geht. Ich bin denen nicht egal“ - hat eine Teilnehmerin gesagt. Und das bringt es auf den Punkt.... Kontrasterfahrung hilft, die eigene Situation anders und auch in politischen Zusammenhängen zu sehen. „Mich trifft keine Schuld an meiner Arbeitslosigkeit. Das hat mich stark gemacht“ - so eine weitere Aussage. Alphabetisierung des Sozialen gegen politische Vernebelung.

Kontrasterfahrung. Im Projekt haben Menschen Fähigkeiten entdeckt, von denen viele gar nicht wussten, dass sie über diese Fähigkeiten verfügen. In Bildern haben sie ihre Situation dargestellt und reflektiert, wo ihnen bisher die Worte fehlten. Erreicht werden konnten in 18 Teilprojekten eine Vielzahl von unterschiedlichen Zielgruppen in den alten aber auch neuen Bundesländern, wie Frauen, Familien und Senioren. Eine Kontrasterfahrung für weite Teile der KAB ist es, dass Menschen sich am alternativen Sozialreport Deutschland beteiligt haben, die durch die Verbandsarbeit oftmals nicht angesprochen werden oder sich nicht ansprechen lassen: Jugendliche, Langzeitarbeitslose, BewohnerInnen sozialer Brennpunkte, AussiedlerInnen, MigrantInnen, asylsuchende Menschen... 
Ich engagiere mich für die
Stiftung ZASS, weil...
... die Stiftung eine zusätzliche Plattform bietet, um einen Diskurs über gesellschaftliche Fragen anzustoßen, und die Positionen, die der Verband hat, dort abge-
geglichen und in den Blick ge-
nommen werden.
Ich engagiere mich für die
Stiftung ZASS, weil...
... wir durch die Stiftung ZASS noch mehr Menschen in unserer Bewegung für soziale Gerechtig-
keit erreichen.
Helga Franz
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... unsere Stiftung ZASS der KAB ermöglicht, ihre Positionen ohne verbandliche Zwänge zu vertiefen und spannende Projekte und Initiativen zu unterstützen.
Peter Niedergesäss
KETTELERPREIS
Die Stiftung ZASS
verleiht am 1. 12. 2013
zum vierten Male den Kettelerpreis.

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zeigt: Bildung kann das Gesicht der Welt verändern, wenn wir keinen ausschließen und denen eine Stimme geben, die in unserer Gesellschaft mundtot gemacht werden.
Dr. Michael Schäfers
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